Boudoir Shooting – Besuch bei einer Bodybuilderin

3 Monate für 3 Stunden

Inspiriert von Stilpirat, Franzi trifft die Liebe und einigen anderen talentierten Fotografen, habe ich den Mut gepackt etwas Neues zu probieren.
Ende 2014 habe ich mir schon vorgenommen mehr und besser zu bloggen.
Bislang ohne Erfolg. Die ersten Wochen des Jahres war ich in einem Tief gefangen. Es herrschte Stillstand. Da wollte ich raus. Endlich wieder kreativ werden und was machen wofür ich brenne.
Ich plante ein Boudoir Shooting. Besonders sollte es sein. Eine genaue Vorstellung hatte ich nicht, aber es sollte etwas geben das mich reizt.
Ich möchte keine nackte Frau fotografieren und das war´s. Ich möchte mehr festhalten.
Sina folgte meinem Aufruf und meldete sich bei mir. Begeisterung!

Ich war ganz schön gespannt, was mich da erwartet.
Sonntagabend, es regnet. Ich fahre zu Sina, Vizemeisterin der letzten norddeutschen Bodybuilder Meisterschaft.
Ein Thema was mir bislang immer ein wenig suspekt vorkam. Frauen mit „massig Mukkies“ in Mini Bikini.
Dem konnte ich nicht viel abgewinnen, aber jedem das Seine.
Hat sich ja auch keiner dran gestört, dass ich ein Sportmuffel war. War! Seit einem Jahr gehört Sport für mich auch zum Leben.
Aber anders als bei Sina bestimmt es nicht mein Leben.
Frühs um fünf klingelt der Wecker, abends um neun ist sie wieder zuhause. Kein 8 Stunden Tag.

Da sitzen wir nun.
Zwei Frauen die sich gar nicht weiter kennen. Und was machen wir? Klönschnack 😉 Ist doch klar. Ich frag Sina Löcher in den Bauch und sie erzählt. Sie reißt mich richtig mit und ich bin fasziniert.
„Eigentlich wollte ich mit so nem Quatsch nix zu tun haben“
Wir lachen.
Sina ist herrlich offen. Wir reden über Gott und die Welt, über Sport, Essen, fetter Samstag und Prinzenrolle, über Wettkampfvorbereitungen.

Nächste Woche ist es wieder so weit.
Der nächste Wettkampf steht an.
3 Monate hat Sina sich vorbereitet, mehr Training, weniger Essen.
Keine Kohlenhydrate, gar keine. Ich denke, hey ok, ein paar Wochen ohne Reis und Kartoffeln….nöö!
Die Kohlenhydrate werden nach und nach runter gefahren. Zum Ende der Diät nur noch Putenfleisch und Eiklar. In der letzten Woche wird entwässert.

Das hinterlässt Spuren.
Vor mir sitzt eine junge hübsche Frau, mit dünn gewordener, rissiger Haut. Sie wirkt leicht eingefallen. Ich sehe Adern und Muskeln, leichte Augenringe.
Keine „massigen Mukkies“. Hmmm….
Es ist ein anderes Bild, was ich im Kopf hatte, aus dem Fernsehen und Internet.
Mir wird klar, das Training ist hart. Die Vorbereitungen zerren an Nerven und Substanz.
Sie liebt was sie da tut. Dieser Moment auf der Bühne, für diese 3 Stunden und das Wissen es geschafft zu haben, dafür macht sie es.

Bodybuilding hat gesundheitliche Konsequenzen, das ist klar, das ist ihr klar. Das ist nicht das Thema.

Eine Frau, gepackt vom Ergeiz.
„Per aspera ad astra“, steht auf ihrem Rücken. Eine Tättowierung mit ganz viel Bedeutung, die zur Lebenseinstellung geworden ist.
„Über raue Wege zu den Sternen“
“Die Lilien stehen für die rauen Wege …bzw das tribal zwischen den Lilien …und die Lilien selber für die Zwischenziele und Momente die man auf allen Wegen durchquert.
Die Schwalben für Freiheit und dafür, dass man alles schaffen kann, wenn man es denn will.
Die junge Frau ist ne Elfe … Und symbolisiert den Glauben an sich selbst“, erzählt sie mir.
Danach gingen wir in ihr Schlafzimmer…

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