Bayrische Berge treffen Ostfriesischen Deich – Hochzeitsreportage von Nicole & Andreas

Endlich endlich kommt sie nun. Schon viel zu lange wartet ihr. Schon viel zu lange lass ich nicht von mir Hören. Ein bissl dauert es wohl auch noch, bis ihr wieder richtig was von MIR hört, mal sehen was ich so schaffe. Aber nun ist es wirklich an der Zeit euch die wahnsinns herzenstolle Hochzeit von Nicole und Andreas zu zeigen!

Nicole und Andreas sind, wie alle meine Brautpaare, nicht einfach nur Kunden die ihre Hochzeit fotografiert haben wollten. Nicole und Andreas sind über die Zeit zu lieben Herzensmenschen geworden, zu Freunden.

Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, das Wetter war genauso toll wie aktuell. Himmlisch weiße Winterwunderlandschaft hatten wir und Nicole eine wunderschöne Babykugel und ein hinreißendes Lächeln. Das war schon soooo ein fabelhaftes Shooting! Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie schnell wir merkten, dass wir uns ganz schön grün sind. Kurze Zeit später durfte ich dann auch Töchterchen Finja fotografieren. Wenn ihr mögt, schaut euch die Bilder gerne noch einmal an: Babybauch & Baby

 

Im letzen September war es soweit, ich fuhr Richtung alte Heimat. Der 30.9. war ihr Datum und Rhauderfehn ihre neue Heimat. Es folgten so viele Tränen, soo Viele! Selbst jetzt beim Schreiben bekomme ich direkt wieder eine Gänsehaut und Pipi inne Augen. Himmel, ich kann es ja auch nicht ändern. Schnief.

Die ganze Zeit habe ich mitgezittert mit den Beiden, mit Nicole. Habe all ihre Emotionen gespürt und am Ende meinen Hut vor ihr gezogen. Dazu später mehr. Unfassbar, wie nah man einem Menschen sein kann. Ihr lieben Schnuckies, ich bin euch immer noch so dankbar, dass ihr mir diese Ehre gegeben habt!

Es war früh, sehr früh, keine Ahnung mehr genau wie früh (jaaaa, ich könnte nachschauen, aber lasst mich euch das Gefühl vermitteln: Es war vor dem ersten Kaffee, so früh!) Ich komme beim Friseur an, meine Braut und ihre Trauzeugin sitzen bereits beim ersten Sektchen, mir wird direkt ein leckerer Kaffee gebracht. Die Stimmung ist gut, unser Freude über unser Wiedersehen und den heutigen Tag sowieso. Fünf Minuten später bricht sie allerdings ein.

BÄM! Nur eine Friseurin, die Zweite taucht nicht auf, kein Kollege erreichbar. Der Zeitplan gerät in Gefahr. Die Friseurin ist sichtlich nervös, scheint ihr Handwerk zu vergessen. Jetzt bloß nicht aufregen. Wir sind alle Menschen, machen Fehler. Aber das beruhigt eine Braut am Morgen ihrer Hochzeit jetzt nicht wirklich. Wir geben unser Bestes. Irgendwann kommen auch die Kollegen in die Frisurstube. Die Frisur will nicht halten, es wird stressig und hektisch.

 

Am Ende gelingt es. Das Brautauto hält einige Meter vor der Auffahrt zum Standesamt. Man kann aus der Ferne erahnen, dass das Brautauto da steht, jedoch wird sich gewundert was los ist. Warum fahren sie nicht vor? Ich laufe hin und sehe, wie sich die Braut, ihr Onkel und die Trauzeugin eine kurze Verschnaufpause gönnen. Das mich hier gleich enorme Emotionen erwarten, konnte ich nicht ahnen und wird noch zur großen Überraschung des Tages.

Nicole weint und lächelt dabei. Alle sind aufgelöst.

„Ich habe eben meinen Papa angerufen und ihn zur Hochzeit eingeladen“

Niemand weiß in diesem Moment davon. Aber alle wissen: Familie ist nicht immer einfach. Nicole und ihr Papa haben seit einiger Zeit keinen Kontakt. Er war nicht zur Hochzeit eingeladen. Er war nicht da.

„Er kommt“

Nicoles Papa hat einige Stunden Autofahrt vor sich…

Mir kommt der Bruder der Braut, der Trauzeuge von Andreas entgegen, ich kläre ihn auf, (Hach, Hochzeitsfotografin ist schon ein aufregender Beruf!) er anschließend Andreas. Man kann in Andreas Gesicht direkt ablesen, wie er denkt und fühlt in diesem Moment. Wie er sich darauf freut diese Frau zu heiraten, seine Frau.

Nach dem standesamtlichen „Ja“ und dem Brautpaarshooting ging es nach Hause zu Nicole und Andreas. Nicole überraschte ihren Mann mit einem zweiten Kleid für die freie Trauung, die eigentlich im eigenen Garten sein sollte. Leider war es am Regnen wie nix Gutes und somit wurde die Trauung ins Zelt verlegt. Normaler Weise gibt so etwas der Stimmung einen Knacks. Nicht heute, nicht bei diesem Paar und nicht bei diesem liebevoll dekoriertem Zelt.

Und dann ist er auf einmal da, der Moment auf den alle gewartet haben, niemand so sehr wie Vater und Tochter:

Liebe Nicole, davor zieh ich meinen Hut! Wir waren in einer ähnlichen Situation. Ich habe allerdings seit mittlerweile 10 Jahren keinen Kontakt zu meinen Eltern. Bei meiner Hochzeit damals war die Zeitspanne ähnlich. Ich habe sie nicht eingeladen. Kontakt bricht aus den unterschiedlichsten Gründen ab. Den zu seinen Eltern bricht man jedoch nicht einfach so ab. Egal was bei euch war, mein Herz sagt mir du hast an dem Tag alles richtig gemacht, die Liebe deines Lebens geheiratet, deinen Papa dabei gehabt und deiner Tochter ein wunderbares Vorbild gewesen! In dir, in euch Dreien steckt so viel Liebe, das ist atemraubend.

Danke, dass ich daran teilhaben durfte.

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