Wenn ein Bläschen zur Lebensgefahr wird – Baby John, Hamburg

Anfang Mai, Samstag Abend, 22.45Uhr,mich erreicht eine e-mail:

„…Es geht um ein Baby das leider ganz schlimm krank ist……das Baby hatte sich Herpes Viren eingefangen, und war ganz lange auf der Intensivstation, nun haben die Ärzte gesagt, er darf entlassen werden, aber sie geben ihm keine lange Lebenszeit…und wenn wird er schwerbehindert sein…der Virus hat im Hirn so stark gewütet, und wütet noch das sie nichtsagen können ob zb. das Atemzentrum etc befallen sind…Wir sind eine Gruppe von Leuten, die Ihnen nun ein Fotoshooting schenken möchten, damit sie schöne Bilder als Erinnernung haben….und da Du in der relativen Nähe wohnst, habe ich gedacht, ich frage Dich mal…“

Ich empfinde eine starre, Schock, Überforderung.

Herpes? Steht da wirklich Herpes? Warum ist das so schlimm? Was haben die Viren angerichtet und wieso? Zig Menschen laufen mit Herpes rum, kleinen Bläschen am Mund. Die sind lästig und unschön, ja, aber lebensbedrohlich? Hat hier ein Bläschen es geschafft den unbeschwerten Traum vom Leben zu zerstören?

Meine Gedanken überschlagen sich. Ich informiere mich und werde informiert.

Nach ein paar Sätzen Austausch via Facebook ist klar, wenn Fotos, dann zeitnah. Hoffen, Bitten, Beten, aber zuerst Erinnerungen schaffen.

Ich übernehme das Shooting, ehrenamtlich, mit Unterstützung von liebevollen Engeln um mich herum. Vielen Dank noch einmal an: Dani & Holger, Tati, Nico, Silke, Peggy und all eure Engel im Hintergrund! Ihr seid wundervoll und ich bin stolz darauf euch zu kennen!

7 Tage später komme ich in Hamburg an.

Vor mir, eine Familie, die gerade mit ihrem zweiten Kind das Krankenhaus verlassen haben. Eine junge Familie, frisch gebackene zweifache Eltern. Eine Familie, die versucht in den neuen Alltag zu finden. Das Baby herzlich willkommen heißen. Baby-TV. Den großen Bruder dabei nicht vergessen.

Wir inszenieren nicht. Sie leben und fühlen, ich halte mich im Hintergrund und beobachte:

Liebe

So viel Liebe, unendlich. Sie lieben sich so, wie sie sind, alle.

Es werden die schönen Dinge gesehen.

Davon gibt es scheinbar grenzenlos Viele.

Kraft

Wie stark sie sind, wohl, weil sie gar keine andere Wahl haben. Eine bewundernswerte Kraft.

Geborgenheit

Mama und Papa spüren genau, was ihr kleiner Mann braucht. Sie halten ihn und er kommt zur Ruhe.

Blicke

Anja und Thorsten schauen sich an, immer wieder. Es sind keine großen Berührungen, viel mehr all die vielen, kleinen, intensiven Blicke, mit denen sie sich gegenseitg stüzen.

John

Kleiner, wundervoller, lebensstarker Engel

In meinem Herzen hast du einen Platz sicher! Du gehst deinen Weg, da bin ich mir sicher! Zeig ihnen den Mittelfinger!

Den Zeigefinger zeige ich jetzt, für dich.

-> Ihr Lieben: Passt auf eure Babys auf! Haltet sie fern von Menschen, die Herpes haben. Haltet euch selbst von Neugebornen fern, wenn ihr Herpes haben könntet. Greift um Himmels Willen nicht (ungefragt) in fremde Kinderwagen/Babyschalen/Babybettchen. Reicht eure Babys nicht unzählig umher.

Warum?

Johns Papa bringt es hervorragend auf den Punkt.

Weil ich es nicht ansatzweise besser erklären könnte, kopier ich euch den Text, den Papa Thorsten vor einigen Tagen auf Facebook gepostet hat.

Zitat:

„Auf dem Bild seht ihr meinen Sohn John.
Auf den ersten Blick wirkt er fast wie jeder andere Säugling, doch John hat in seinen ersten zwei Monaten schon mehr mehr durchgemacht als ich in meinen 34 Jahren.
Ca 14 Tage nach seiner Geburt begann John unruhig zu werden, sich zu überstrecken und in leichten Schüben zu zittern.
Die Hebamme nahm an, dass es sich um eine durch die schnelle Geburt hervorgerufene Blockade handelte und empfahl uns am nächsten Tag zum Arzt zu gehen.
Abends war es dann so schlimm, dass wir ins Krankenhaus fuhren.
Er kam sofort auf die Neugeborenenintensiv und bekam profilaktisch Antibiotika und antivirale Mittel.
Nach mehreren Untersuchungen und 4 Tagen ungeduldigen Wartens kam die Diagnose:
Herpes Encephalitis
John hatte irgendwo einen Herpesvirus abbekommen, welcher durch die noch nicht ausgebildete Blut-Hirnschranke ins Gehirn wandern konnte und dort begann große Teile des Gehirns zu entzünden und zu zerstören.
Nach 5 Wochen aggressiver antiviraler Mittel, Hirnstrommessungen (EEG), Ultraschall und MRT die harte Wahrheit:
– Große Teile seines Gehirns sind schwer geschädigt und zerstört.
– John wird nie wie sein großer Bruder aufwachsen.
– Die Entzündung im Gehirn scheint, trotz der vernichteten Viren, weiter zu brennen, die Ärzte können nichts dagegen tun.
– John muss nun alleine kämpfen und niemand kann sagen ob er es schaffen wird oder ob ihm noch Jahre, Monate, Wochen oder Tage bleiben bis sein Gehirn versagt.

Fast jeder Mensch trägt das Herpesvirus in sich, doch nur bei wenigen bricht es aus.
Wir wollen niemanden stigmarisieren, wir möchten euch folgendes ins Gedächtnis rufen:
Herpesbläschen sind potentiell ansteckend.
Haltet euch von Babys fern, schaut nicht mal in den Kinderwagen, ihr könntet das Kind anstecken, auch wenn es nicht mehr ganz frisch ist.

Für John ist es zu spät.
Er wird nie wieder gesund.

Wir möchten kein Beileid, wir wünschen uns etwas wichtigeres:
Nehmt euch diesen Post zu Herzen und teilt ihn.
Herpes wird heutzutage als lästige Begleiterscheinung eines stressigen Lebens abgetan, die Gefahren sind kaum bekannt.
Wer darauf achtet rettet vielleicht einem Kind das Leben, erspart ihm Leid.
Wir werden es nie erfahren, doch dann hat Johns schwerer Weg einen Sinn bekommen.“

 

Quelle: Thorsten Schulz, https://www.facebook.com/TotoRockin?fref=ts

 

Ihr Lieben da Draußen: Haltet alle euer Glück ganz tüchtig fest. Seid dankbar, für das was ihr habt!

Lieber John, ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viele Schutzengel! <3

 

Aus gegebenen Anlass, sei erwähnt, was selbstverständlich sein sollte: Text (mit Ausnahme der Zitate) und Bilder unterliegen meinem Urheberrecht. Ihr braucht auch nicht fragen, wenn ihr RTL, RTL2, BILD oder sonst wie heißt 😉 Die Veröffentlichung erfolgt in Absprache mit den Eltern. MfG 😉

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